Geschichte
Edward 'Ted' Taylor, aufgrund seiner imposanten Erscheinung King Size genannt,
und seine Band waren bereits Veteranen der ersten Liverpooler Musikergeneration,
als sie 1962 zum ersten Mal nach Hamburg kamen. Die Dominoes behaupteten,
wahrscheinlich zu recht, eine der allerersten Rockgruppen ihrer Heimat-stadt
gewesen zu sein. Fakt ist, daß sie die erste Merseyside Group waren, die
von Radio Luxemburg gesendet wurde. Die ersten Anfänge der Dominoes reichen
wie auch bei anderen britischen Beatbands bis in die Ausläufer der Skiffle-Ära
hinein.
Sowohl Ted Taylor als auch Bobby Thompson waren bereits 1957 Mitglieder der James Boys, wie gesagt, einer Skiffle Group.
Die erste wirkliche Dominoes-Formation bestand ebenfalls schon Ende 1957, jedoch als reine Rock 'n' Roll Band.
Ihr gehörten Charlie Flynn und Sam Hardie an, die im ständig wechselnden Stammbaum der Dominoes zu den Konstanten
gehören sollten. Der Name King Size Taylor And The Dominoes taucht erstmals 1960 auf. In diesem Jahr fand die
vorläufige Entscheidung darüber statt, wer von den immer wieder wechselnden Musikern nun bei den Dominoes und
wer bei Ian And The Zodiacs spielen wollte.
Drummer Cliff Roberts und Charlie Flynn entschieden sich für die Zodiacs, als deren Bassist Flynn für Jahre eine
zweite Heimat in Hamburg finden sollte. Langsam bildete sich der Stamm der später in Deutschland bekannten Dominoes
heraus. Taylor, Thompson und Hardy, ab Frühling 1961 mit Ex-Zodiacs Dave Lovelady am Schlagzeug sowie Priscilla White,
besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Cilla Black, als Gastsängerin belegten den sechsten Platz des Mersey Beat
Popularity Poll 61. Auf dem ersten Platz landeten die Beatles.
Mit einem Repertoire aus R&B, Blues, Rock und Country & Western traten King Size Taylor And The Dominoes im
Sommer 62 ihr erstes Gastspiel im Hamburger Star Cluban. Allerdings schon wieder mit
verändertem Line-up: Bobby Thompson hatte sich kurz zuvor Rory Storm And The Hurricanes angeschlossen.
Er wurde durch Ken Shalliker ersetzt. Cilla Black blieb in Liverpool zurück. Der neu hinzugekommene
Rhythmusgitarrist und Sänger John Frankland hingegen ging mit nach Deutschland.
King Size Taylor And The Dominoes kamen im Star Clubsensationell an. Als sie wieder nach Hause fuhren,
hatten sie bereits ihr Re-Engagement in der Tasche. Student Dave Lovelady wollte nicht Profi werden und
tauschte den Drummersitz mit Brian Redman von den Fourmost, den er wiederum bei seiner alten Gruppe ersetzte.
Zum zweiten Star- Club-Gastspiel, das drei Monate dauern sollte, stellte sich auch Bobby Thompson wieder ein.
Während dieser Zeit gaben sich die Vorbilder so mancher Liverpool Group im Star Clubdie Türklinke in die Hand:
Jerry Lee Lewis, Little Richard, Fats Domino, Gene Vincent, alle traten dort auf, zum Teil wochenlang. Selbst Könner
wie King Size Taylor And The Dominoes entwickelten sich unter dem Einfluß der Stars im ständigen Wettbewerb mit
anderen guten Bands permanent weiter und perfektionierten ihren eigenen Stil.
Nach fünf Monaten verabschiedete sich Redman zu den Cascades. Sein Nachfolger wurde der erst siebzehnjährige Gibson
'Gibbo' Kemp, der sich bereits bei den Memphis Three und als Nachfolger von
Ringo Starr bei Rory Storm And The Hurricanes einen Namen gemacht hatte. Nach einer Audition im
Liverpooler Iron Door Club, die Kemp zur Zufriedenheit der Dominoes absolvierte, besorgte Ted Taylor
für seinen minderjährigen Trommler in London eine Ausnahmegenehmigung. Sie wies Taylor als eine Art Vormund
für Gibbo aus. Kemps Trip nach Hamburg ist typisch für so viele junge Engländer, die damals im Star Clubarbeiteten:
"Ich trug meine Schuluniform, als ich in Hamburg ankam. Ich war zum ersten Mal geflogen, stieg zum ersten Mal in ein
Taxi, hielt dem Fahrer einen Zettel mit der Adresse hin und kam, ich glaub', es war ein Sonnabend, gegen vier Uhr
nachmittags vor'm Star Cluban. Ich mußte gleich spielen."
Mitte 1963 schloß sich Howie Casey den Dominoes an. Howie war bereits 1960 mit Derry And The Seniors im
Hamburger Kaiserkeller aufgetreten. Unter dem Namen Howie Casey And The Seniors waren sie die erste Liverpooler
Gruppe gewesen, die je eine Langspielplatte produzieren durfte. Diese war bereits 1962 in England erschienen.
Eine daraus ausgekoppelte Single, The Boll Weevil Song / Bony Moronie (Philips 'Twist im Star- Club Vol. 5'; 267290)
kam auch in Deutschland heraus.
Obwohl es die Seniors mittlerweile gar nicht mehr gab, war Howie nach Hamburg gekommen, um die
Platte zu promoten. Die verbesserten Arbeitsbedingungen für Rock-Musiker beeindruckten ihn derartig,
daß er sich entschloß, in Hamburg zu bleiben. Mit Howie Casey begann die große Zeit für King Size Taylor
And The Dominoes. Die Gruppe, längst eine der Säulen des sich rasch entwickelnden Star-Club-Imperiums,
begann ebenfalls Schallplatten zu machen. Mersey Beat schrieb in seiner Ausgabe 29. August - 12. September 1963:
"King Size Taylor And The Dominoes, die bereits seit mehreren Monaten in Deutschland aufgetreten sind, kamen
kürzlich für einen zehntägigen Urlaub nach Liverpool zurück. Gerade erscheint in Deutschland ihre
erste Single 'Never In A Hundred Years' die als 'die phantastischste Schallplatte, die je von einer Liverpooler
Gruppe herausgebracht wurde' beschrieben wird. Die Scheibe wird in Kürze auf Fontana in England
erscheinen. Während ihres Aufenthaltes in Hamburg wurde die Gruppe dafür eingesetzt, zahlreiche Künstler
bei Schallplattenaufnahmen zu begleiten. So wirkten sie auf einer Platte von Audrey Arno mit, die zur Zeit
die meist gespielte Platte im deutschen Radio ist. Die Gruppenmitglieder erzählten uns, daß Cliff Bennett And
The Rebel Rousers drei ihrer Arrangements benutzen und daß die neue Platte von Bill Haley And The Comets auf
ihrem Arrangement der Nummer 'Dance With Mr. Domino' basiert. 'Seit Howie Casey sich uns angeschlossen hat,
kommen wir besser im Star Cluban als jemals zuvor,' sagt King Size, 'und der Sound der Gruppe hat sich phantastisch
entwickelt.'"
In der Tat räumten King Size Taylor und seine Mannen live gewaltig ab. Nicht nur im Star ClubHamburg oder
dessen Ablegern, nicht nur bei sogenannten Sensationsgastspielen in Dorfsälen, sondern auch auf Großveranstaltungen
wie etwa in der Kieler Ostseehalle oder der Deutschlandhalle in Berlin. Sie wurden von Kollegen bewundert bis imitiert
und von Stars als Backing Band geschätzt. In der Tat hörte sich ihre erste, in Hamburg aufgenommene Schallplatte sehr
anständig an und tatsächlich spielten King Size Taylor And The Dominoes auf zahlreichen Schallplatten anderer Künstler
mit.
Paul Murphy, der legendär-berüchtigte Polydor-Produzent, der u. a. für ausgezeichnete Produktionen mit Tony
Sheridan und Alex Harvey verantwortlich ist, setzte die Jungens um Ted Taylor bei den verschiedensten Aufnahmen ein
- unter anderem bei der oben erwähnten Audrey-Arno-Single. Aber auch einzelne Dominoes wirkten bei Schallplattenaufnahmen
mit. Zum Beispiel begleiteten Ted Taylor und Howie Casey Ex-Beat Brothers-Drummer Tony Cavanaugh bei einer
Decca-Session. Taylor und Kemp spielten auf der Polydor LP 'Alex Harvey And His Soul Band' und Kemp trommelte
auf diversen Produktionen im Umfeld von Star Clubund Top Ten.
Obwohl die Dominoes einen Vertrag mit der Philips Ton hatten, liebäugelte der schlitzohrige Murphy natürlich
damit, sie für Polydor aufzunehmen. Da King Size Taylor And The Dominoes ganz offensichtlich zu fast allem bereit
waren, wurde man sich schnell einig. Unter dem Pseudonym The Shakers erschien bald das erste Album der Gruppe,
aus dem drei Singles ausgekoppelt wurden, auf Polydor. Schon Tony Sheridan hatte sich ähnlicher Praktiken bedient.
Eigentlich bei Polydor unter Vertrag, nahm er als Mitglied der Star Combo für Philips auf.
Allerdings unter dem elegant gewählten Namen Dan Sherry, einer anderen Zusammenstellung der Silben seines Nachnamens.
Nach den Polydor-Aufnahmen schloß sich Sam Hardy Sheridan und seinen häufig wechselnden Beat Brothers an,
um schließlich bei den deutsch-englischen Tramps zu landen.
Die vorliegenden Ariola-Aufnahmen fanden ohne Pianisten statt. Jedoch verfügte man mit dem Schotten Dave
Woods über einen weiteren Saxophonisten, was den Sound anders, aber keineswegs schlechter machte.
Auf der Rückseite der (seltenen) Club-Ausgabe der LP 'King Size Taylor And The Dominoes
/ Bobby Patrick Big Six' (Ariola 71764/65 IT) auf dem OPERA-Label findet man folgenden, für
die damalige Zeit typischen Text: "O mia bella Liverpool! In der völlig unromantischen Hafenstadt
hat sich ein neues musikstilistisches Element entwickelt. In dem modernen Sound treffen sich Rock
und Blues. Mit ihren Improvisationen versucht diese Musik sich sogar den hoffähig gewordenen Jazz
zum Nachbarn zu machen. Es dominieren die Gitarren in Liverpool, genau wie in Bella Napoli.
Aber im Gegensatz zu den italienischen Instrumenten sind die Serenaden der Liverpooler Gitarren
nicht süß und sentimental, sondern straff und stählern. Die englische Hafenstadt hat heute eine Art
Exportmonopol für junge Musiker, die einen fröhlich-aggressiven Stil entwickelt haben, der den Beatles
sogar zu Weltruhm verhalf. Ganz sicher ist diese auffallende Musikalität dem Einfluß der Iren -
man nennt sie die Italiener des Nordens - zuzuschreiben, die einen großen Prozentsatz der Bevölkerung stellen.
Ebenso wie die Bobby Patrick Big Six besteht die Formation King Size Taylor And The Dominoes aus
sechs Musikern (2 Saxophone, 2 Gitarren, Bass, Schlagzeug). Lautstark, mit einem unerschöpflichen Repertoire
an heißen Rhythmen, der sogenannten Beatmusik, wie man in England kurz, aber treffend all die musikalischen
Produkte der emsig sich tummelnden Liverpool-Gruppen zusammenfaßt, gastieren diese Verfechter der gegenwärtig
erfolgreichsten Musikrichtung oft im Hamburger Star-Club. Dort konnten wir dem Gitarristen King Size Taylor,
dem Leader der Dominoes, während einer kurzen Pause die Frage stellen, woher er seinen recht ausgefallenen Namen habe.
'Von einer populären englischen Comedy-Show' antwortete der liebens-würdige junge Mann, 'in der 'King Size'
eine wichtige Rolle spielt. 'King Size' heißt soviel wie 'Königsformat', sehr groß also. Nun, da auch ich groß
(an Wuchs) bin, nannten die Freunde mich 'King Size'. Taylor ist übrigens mein bürgerlicher Name, entsprechend
dem deutschen Familiennamen Schneider. Und ich wollte, wir wären schon aus dem Schneider, denn es ist heutzutage
schwer, sich durchzusetzen, auch mit Beatmusik. Aber - das möchte ich besonders betonen - wir machen nicht nur
Beat-Musik, sondern spielen und singen auch die Musik der Farbigen, also Rhythm And Blues, und natürlich auch
Rock 'n' Roll.'"
Es ist auffällig, daß 'Dominoes' auf allen Ariola-Veröffentlichungen ohne 'e' geschrieben wird, sicher
die deutsche Schreibweise für den hiesigen Markt. Bei den englischen Veröffentlichungen desselben Materials
auf Decca hat man allerdings vergessen, das 'e' wieder einzufügen. Durch die verhältnismäßig konstante Besetzung
und die immense Anzahl der Auftritte sowie die vielen Studiotermine entwickelten King Size Taylor And The Dominoes
einen selten kompakten Sound. Der ständige Konkurrenzkampf mit anderen Spitzengruppen und die permanente Präsenz
von Weltstars entweder im Star Cluboder auf diversen Tourneen machte die Gruppe zu
einer unerhört professionellen Einheit. Ted Taylor äußerte sich nach über dreihundert Auftritten im Star-Club
gegenüber dem 'Daily Express' entsprechend, indem er den Club in seiner Eigenschaft als gelernter Schlachter mit
einer Wurstmaschine (!) verglich, die aus durchschnittlichen Bands Qualitätsgruppen mache. Außerdem behauptete
er in diesem Interview, der sogenannte Liverpool-Sound müßte eigentlich Hamburg-Sound heißen, weil er in Hamburg
entstanden sei ('Daily Express' 13. November 1963).
Vergleichbar mit Tony Sheridan, Lee Curtis, Ian And The Zodiacs und der Bobby Patrick Big Six, die ebenfalls
jahrelang Hausbands im Hamburger Star Clubwaren, beerdigten sich auch King Size Taylor And The Dominoes selbst,
und zwar in Deutschland. Sie traten viel zu selten in England auf, wo sich Mitte der sechziger Jahre definitiv
der Nabel des aktuellen Musikgeschehens befand. Einmal liefen sie jedoch auch dort zu großer Klasse auf, nämlich
als sie Chuck Berry auf seiner ersten England-Tournee begleiteten. Allerdings mit Hindernissen. Obwohl bei der
Probe ganz eindeutige Abläufe festgelegt worden waren, warf Chuck beim ersten
Auftritt die Arrangements vollständig um. Als Gibbo sich nach der Show beim Meister darüber beschwerte, daß dieser
sich nicht an die von seinen Schallplatten bekannten Abläufe gehalten habe, behauptete dieser, es doch getan zu haben.
Er müsse es ja wissen. Schließlich sei er Chuck Berry !!!
Die Tour wurde dennoch ein Erfolg. Der Umstand, daß King Size Taylor And The Dominoes zu einem Zeitpunkt,
da die wirklich heißen Gruppen bereits ihre eigenen Stücke schrieben, Modetrends setzten und ganze Scharen
von Mädchen zur Hysterie trieben, als Begleitgruppe eines bereits verblassenden Stars fungierten, kennzeichnet
deutlich deren damalige Situation. Natürlich waren sie kompetent und außerordent-lich routiniert. Deshalb waren
sie ja auch in der Lage, einen launischen Künstler wie Chuck Berry professionell zu begleiten. Sie wurden von
Kollegen und Musik-Kennern zurecht über den grünen Klee gelobt.
Sie schrieben jedoch keine eigenen Stücke, sie waren Typen, jedoch keine Popstars, und sie trugen bis
auf Gibbo, der als einziger dem Image eines Teenageridols nahe kam, keine langen Haare. Außerdem entsprachen
sie mit ihren beiden Saxophonen in keiner Weise dem angesagten zwei Gitarren-Bass-Schlagzeug-Klischee.
Sie waren schlichtweg eine zwar sehr gute, aber dennoch aus der Mode geratene Beat-Tanz-Kapelle mit Erwachsenen-Image
und unzeitgemäßem Repertoire, mit dem man schon bald keinen Teenager mehr hinter dem Ofen hervorlocken konnte.
In den Clubs immer noch okay, auf Schallplatte ob des antiquierten Sounds eher fragwürdig, vom uniformierten
Anzug-Image her unmöglich.
Im Sommer 64 kam es zu internen Schwierigkeiten, in deren Folge sich die gesamten Dominoes von Ted
Taylor abwendeten. Die Gruppe begab sich nach Liverpool und fand dort in Paddy Chambers von den Big Three
einen neuen Lead-Gitarristen und Sänger. Trotzdem wollte es nicht mehr so recht klappen. Als Bobby Thompson
bei Cliff Bennett And The Rebel Rousers einsteigen konnte, nahm er das Angebot an und die Dominoes packten ein.
Frankland, Kemp und Chambers gründeten zusammen mit dem späteren Schauspieler Lewis Collins ('Die Profis') die Eyes,
aus denen später Paddy, Klaus and Gibson hervorgingen. Howie Casey schloß sich zunächst den Pawns an,
um dann noch diverse Male in Hamburg aufzutauchen. Dave Woods verschwand von der Bildfläche.
Nachdem er sich eine Zeitlang sowohl in England als auch in Deutschland von bereits bestehenden Formationen
wie den Remo Four, den Big Six, den Tramps und den Griff Parry Five hatte begleiten
lassen, entschloß sich Ted Taylor im Herbst 64 zur Gründung der New Dominoes. Zusammen mit dem
Original-Dominoes-Drummer Cliff Roberts, dem Gitarristen Baz Davies und dem Bassisten Kenny Rees, alle
aus Liverpool, kehrte er nach Deutschland zurück. Dort stiegen Mamoud Haari, ein in Paris lebender
Nordafrikaner, und Rolf-Roger 'Bömmel' Reich aus Braunschweig als Saxophonisten in die Band ein.
Laut Ted Taylor war Hari bereits im Endstadium der letzten Original-Domino es dabeigewesen. Howie
Casey habe das Bass-Saxophon (Bariton?) geblasen und Mamoud und Dave das Tenor und es habe sich großartig
angehört. Leider sind manche Zusammenhänge nach all den Jahren nicht mehr eindeutig zu rekonstruieren.
Fest steht, daß Ted Taylor Bömmel Reich bei einem Gastspiel von King Size Taylor And The Dominoes im
Braunschweiger Savoy kennenlernte, nachdem dieser als Mitglied der Black Devils im Vorprogramm aufgetreten war.
Taylor war beeindruckt - sowohl von der deutschen Band (die sehr ähnlich wie seine eigene klang) als auch vom
Saxophonisten. Er bot Bömmel einen Job an, ließ aber lange Zeit nichts von sich hören. Schließlich, im Herbst
'65, meldete er sich und Bömmel Reich wurde Mitglied der New Dominoes.
Der Werdegang der Black Devils ist gut dokumentiert. Nachdem sie im Januar '65 Sieger des
Star-Club-Bandwettbewerbs geworden waren, tingelten sie mit sich leicht verändernder Besetzung
durch die Star-Clubs. Bömmel war immer dabei. "Vielleicht hat Ted sich geirrt, und das endgültige
Ende der New Dominoes kam doch später, zumal sich Reich nur an einen Schlagzeuger namens Don erinnert,
und ich die New Dominoes mit einem deutschen Schlagzeuger erlebt habe."
1966 brachte Decca in England mit Somebody's Always Trying / Look For My Baby eine King Size Taylor-Solo
Single heraus, die aber, wie auch die 1967 bei Polydor erschienene Single Let Me Love You / Thinkin' , kein
Erfolg wurde. Ted 'King Size' Taylor zog sich schließlich ganz aus dem für ihn enttäuschenden Showbusiness
zurück. Er, der einige hundert Male in den verschiedenen Star-Clubs, und darüber hinaus in
unzähligen Schützenhäusern sowie Tanzsälen in Deutschland und England auf der Bühne gestanden hatte -nicht zu
vergessen seine diversen Auftritte im Cavern Club, vertauschte das großkarierte Peter-Frankenfeld-Jackett für
immer mit dem Schlachterkittel. Der Mann, der mit seiner markanten Stimme, immer von hervorragenden Bands begleitet,
in endlosen Nächten dabei half, dem Star Clubden Charakter zu verleihen, der ihn weltberühmt machte, leitet heute
einen Schlachterladen in Southport bei Liverpool. Man hat ihn oft
aufgefordert, bei Oldie-Abenden oder Merseybeat-Revival-Konzerten mitzuwirken. Er hat immer abgelehnt.
Im Jahr 1977 machte er noch einmal von sich reden, als er die sogenannten Star-Club-Tapes der Beatles,
die seinerzeit von Adrian Barber (Ex-Big Three), dem Bühnenmanager des Hamburger Beat-Mekka, mitge-schnitten
worden waren, durch Paul Murphy, seinen ehemaligen Produzenten, international vermarkten ließ. 1998, mehr als
zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung, gelang es Apple Corps, der Firma der Beatles, diese für sie
geschäftsschädigende Vermarktung juristisch zu stoppen.
Howie Casey schloß sich nach seinem Gastspiel bei den Pawns der Band The Krew an,
in der zeitweise auch Ex-Big Six-Bassist Archie Leggatt mitwirkte. Diese Gruppe gastierte auch
für einige Zeit im Hamburger Top Ten Club, wo sie den Kern der Top Ten Allstars bildete, denen auch
Ex-Roadrunner John Phillips gelegentlich angehörte.
In den 70er Jahren spielte Casey gemeinsam mit Gibson Kemp in der Begleitband
der Les Humphries Singers. Er wirkte bei zahllosen Studiosessions mit und tourte mit Paul McCartney's Wings.
Gibson Kemp trommelte nach den Eyes und Paddy, Klaus And Gibson bei den Hamburger Giants. Nach seiner Arbeit
für Les Humphries beendete er die Musikerkarriere, blieb jedoch als erfolgreicher A&R-Manager dem Show-Business
bis heute treu.
Aus dem von Ulf Krüger verfassten 96 seitigen Begleitbuch
zur 4 CD Box 'Die Ariola Star Club Aufnahmen', erschienen bei Bear Family Records, bei K&K erhältlich.
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Story
Edward 'Ted' Taylor, called 'King Size' in a not-too-subtle allusion to his formidable appearance, was
already a highly experienced member of the first music generation from Liverpool when he made his
first trip to Hamburg. He and the Dominoes claimed, probably justifiably, that they were one of the
very first rock bands in their hometown. It's a fact that they were the first Merseyside group to go on air at Radio Luxembourg. As was so often the case, the Dominoes reached back to the end of the Skiffle era.
Both, Ted Taylor and Bobby Thompson were members of the James Boys Skiffle Group as early as 1957. The first real Dominoes group existed by the end of 1957, but only as a pure Rock'n'Roll band. Charlie Flynn and Sam Hardie belonged to the group, two names that would remain constant in the band's ever changing genealogical tree. The name King Size Taylor And The Dominoes is mentioned for the first time in 1960. That year, the musicians divided between the Dominoes and Ian And The Zodiacs.
Drummer Cliff Roberts and Charlie Flynn choose the Zodiacs, with Flynn playing the bass and adopting Hamburg as his second home for years. Slowly the core of the Dominoes, as they were later known in Germany, formed. From the Spring of 1961, Taylor, Thompson and Hardy accompanied ex-Zodiacs Dave Lovelady and Priscilla White (better known as Cilla Black), and made it to 6th place in the Mersey Beat Popularity Poll '61. The Beatles won.
In the summer of 1962, King Size Taylor And The Dominoes had their first guest engagement at the Star-Club. Their repertoire covered R&B, Blues, Rock'n'Roll and country. Yet again their line-up had changed. Bobby Thompson had joined Rory Storm And The Hurricanes a little earlier. He was replaced by Ken Shalliker. Cilla Black stayed in Liverpool, but the newly acquired rhythm guitarist and singer John Frankland accompanied them to Germany.
King Size Taylor And The Dominoes caused a sensation at the Star-Club. When they returned home
they took a contract for a return engagement with them. Drummer Dave Lovelady was a student and
thus unwilling to become a professional musician, so he switched places with Brian Redman from the
Fourmost. For the second Star Club engagement, which lasted three months, Bobby Thompson returned, too.
During this time the heroes of many Liverpool groups played at the Star-Club: Jerry Lee Lewis, Little
Richard, Fats Domino, Gene Vincent. They all performed there, sometimes for weeks at a time. Even real professionals like King Size Taylor And The Dominoes constantly matured under the influence of
these stars, competing with other capable bands all the time, and thus perfecting their own style.
After five months, Redman went to play for the Cascades. His successor was 17-year-old Gibson 'Gibbo' Kemp, who had already made a name for himself performing with the Memphis Three and as the replacement for Ringo Starr with Rory Storm And The Hurricanes. After an audition at the Iron Door Club in Liverpool, Kemp was invited to join the Dominoes. Ted Taylor retained a special license for his underage drummer in which he acted as some kind of guardian for Gibbo. Kemp's trip to Hamburg is representative of the experience of many of the young Brits who worked at the Star-Club during this time: "I wore my school uniform when I arrived in Hamburg. I had been on a plane for the first time, for the first time got into a cab and handed the driver a piece of paper with the address, and arrived. I believe it was a Saturday, at 4 o'clock in the afternoon. The performance started right away."
In mid-1963 Howie Casey joined the Dominoes. Howie had already performed at the Kaiserkeller in
Hamburg with Derry And The Seniors in 1960. Under the name of Howie Casey And The Seniors they
were the first Liverpool group ever to make an LP. It was released in England in 1962. A single from
that album, The Boll Weevil Song b/w Bony Moronie (Philips 'Twist im Star-Club' Vol. 5; 267290),
was also released in Germany.
Although the Seniors had ceased to exist, Howie travelled to Hamburg to promote the record. He was so
impressed by the improved working conditions for rock musicians that he decided to stay on. With
Howie Casey now with them, King Size Taylor And The Dominoes enjoyed their greatest success. The
group, one of the pillars of the fast growing Star Club empire, started to make records on their own.
In the August edition, #29 (September 12, 1963) 'Mersey Beat' reported: "King Size Taylor And The Dominoes, who have toured Germany for several months, returned a short while ago for a 10-day holiday to Liverpool. Their first single, 'Never In A Hundred Years', just now released in Germany, is hailed as 'the most fantastic record ever produced by a Liverpool group'. In Great Britain the record will be soon available on the Fontana label. During their stay in Hamburg the band accompanied several other artists at recording sessions. They performed on a record by Audrey Arno, one of the most frequently played records on German radio to date. The group's members told us that Cliff Bennett And The Rebel Rousers used three of their arrangements and that the new record of Bill Haley And The Comets is based on their arrangement of 'Dance With Mr. Domino'. 'Ever since Howie Casey joined us we are more successful than ever at the Star-Club,' said King Size, 'and the group's sound has very much improved.'
Taylor and his crew drew storms of enthusiasm when performing live... and not only at the Star-Club and its counterparts, but at big venues such as the Ostseehalle in Kiel or the Deutschlandhalle in Berlin. They were admired and even copied by their colleagues, and appreciated as a backing band by the stars. Indeed, their first record, produced in Hamburg, sounds quite convincing, and King Size Taylor And The Dominoes performed on many records made by other artists.
Paul Murphy, the legendary and infamous producer for Polydor, who, among others things was responsible for excellent recordings of Tony Sheridan and Alex Harvey, was the one who hired Ted Taylor's gang for different kinds of recordings. One of them was the single by Audrey Arno mentioned in 'Mersey Beat.' Individual members of the Dominoes also helped out at recordings. Ted Taylor and Howie Casey for example supported the ex-Beat Brothers drummer Tony Cavanaugh on a session for Decca. Taylor and Kemp are on the Polydor LP 'Alex Harvey And His Soul Band' and Kemp acted as drummer in several productions that were by-products from the Star-Club and the Top Ten.
Although the Dominoes were under contract with Philips, Murphy had his eyes on the idea of recording
them for Polydor. Since King Size Taylor And The Dominoes were obviously willing to try out
anything, they soon reached an agreement. Under the pseudonym of the Shakers, the band's first LP
was soon released with three singles drawn from that album, all on Polydor. Tony Sheridan had used
similar methods. While under contract with Polydor, he recorded as a member of the Star Combo for
Philips, reinventing his last name as Dan Sherry. After the Polydor recordings, Sam Hardy joined
Sheridan and his often changing Beat Brothers to finally end up with the German-English Tramps.
The Ariola recordings included here were done without a pianist. Scottish saxophonist Dave Woods
was now in the line-up. The back liner of the (rare) Club-edition of the LP 'King Size Taylor And The Dominoes / Bobby Patrick Six' (Ariola 71764/65 IT) released on the Opera label, contained the following notes: mia bella Liverpool! In the thoroughly unromantic harbour city a brand new style element has emerged. This modern sound combines elements of Rock and Blues, this music seeks with its improvisations even the company of the meanwhile presentable Jazz. The guitars dominate in Liverpool just as they do in Bella Napoli.
"But in contrast to the Italian instruments the serenades of the Liverpool guitars are not sweet and sentimental but tight and iron-clad. Today the British harbour city seems to have a kind of monopoly on exporting young musicians who have developed a cheerful-aggressive style that got the Beatles even world wide fame. This distinct musicality can certainly be contributed to the large number of Irish - they are called the Italians of the North - among the population.
"Just as the Bobby Patrick Big Six, the formation King Size Taylor And The Dominoes is made up of
six musicians (2 saxophones, 2 guitars, bass, percussion). Boisterous and with a seemingly boundless
repertoire of hot rhythms, the so- called Beat music, as the musical output of the industrious groups who gather in Liverpool is called for short in English. The most successful representatives of this musical style are frequent guests at the Star Club in Hamburg. And it was there that we managed to ask the leader of the Dominoes, the guitarist King Size Taylor, how he got his somewhat unusual name. 'From a popular British comedy show,' answered the charming young man. 'King Size means something like very big. And Taylor is my real last name, which would be Schneider in German. I wish our success had been already cut-out for us, because these days it is really hard to make it to the top, even in Beat music. But - and I definitely want to stress that - we not only do Beat music but also play the music of the people of colour, you know, Rhythm And Blues, and of course Rock'n'Roll.'"
The fact that on all Ariola releases Dominoes is spelled without an 'e' is eye-catching. But that is most
probably due to the writing conventions in Germany. Curiously enough they forgot to put the 'e' back in
on the English releases on Decca. Due to the constant personnel and the huge amount of performances,
King Size Taylor And The Dominoes achieved an uncommonly solid sound. They competed with other
top acts and were exposed to the world-class stars at the Star Club or on their tours. This made the band into a tremendously professional unit. Ted Taylor remarked about this to the 'Daily Express.'
After more than 300 performances, he compared his stints at the club to his trade as a butcher: it was a meat grinder that turned average bands into presentable groups. Moreover he claimed in this interview
that the so-called 'Liverpool sound' ought to be named 'Hamburg sound' since it had ripened in Hamburg. ('Daily Express' November 13, 1963).
Comparable to Tony Sheridan, Lee Curtis, Ian And The Zodiacs and Bobby Patrick's Big Six, who were also resident bands at the Star-Club, King Size Taylor And The Dominoes 'buried' themselves in Germany. They were not in Great Britain enough, and in the mid-Sixties England was unquestionably the centre of the contemporary music business. They accompanied Chuck Berry on his first tour through the United Kingdom, although there were a few obstacles.
They had planned the show thoroughly during rehearsal, but Chuck overturned the arrangements during the first performance. When Gibbo complained to Berry that he didn't stick to the recorded arrangements, Berry simply claimed that he had stuck to them, saying he would know because he was Chuck Berry!
Still the tour was a resounding success. The fact the King Size Taylor And The Dominoes worked as accompanists for a star who had passed his prime, while other groups wrote their own music and created fashion trends, clearly synopsizes their situation at this time. Of course they were competent
and extremely experienced, and this enabled them to accompany a moody musician like Chuck Berry in
a professional manner. Justifiably, colleagues and experts on the music business alike paid enthusiastic compliments.
Still, they didn't write their own songs, and none of them looked like a pop star. All of them except for Gibbo who came closest to the image of a teenage idol, wore their hair short. With their two saxophones, they came in no way close to the standard two guitars, bass, percussion set-up. They were simply a very fine but nevertheless old-fashioned Beat-Dance-band who looked like adults. Their out of date repertoire soon failed to appeal to the teenagers. They did well at the clubs, but could not score any hits. Their conformist suit-wearing underscored their out-of-date image.
In the summer of 1964, internal quarrels ended with the Dominoes separating from Ted Taylor completely. The group went to Liverpool and acquired Paddy Chambers from the Big Three as their new lead guitarist and singer. Still nothing seemed to go quite right. When Bobby Thompson accepted the offer to join Cliff Bennett And The Rebel Rousers the Dominoes finally split up. Frankland, Kemp and Chambers founded the Eyes with the future actor Lewis Collins. It was a group which later turned into Paddy, Klaus And Gibson. Howie Casey joined the Pawns, performing several more times in Hamburg. Dave Woods disappeared from the scene.
For a while Ted Taylor used existing groups like the Remo Four, the Big Six, the Tramps, and the Griff
Parry Five to accompany him in Germany and in Great Britain, but in the fall of 1964 he decided to
put together the New Dominoes. Together with the Dominoes' original drummer, Cliff Roberts, he
recruited guitarist Baz Davies and bass player Kenny Rees, who were all from Liverpool. With this
line-up, he returned to Germany. There, a North African who lived in Paris, Mamoud Hari, and Rolf-
Roger 'Bömmel' Reich from Brunswick joined the band to play saxophones.
According to Taylor, Hari had already been with the original Dominoes during their last days
together. Howie Casey was supposed to have played the bass saxophone and Mamoud and Dave the
tenor saxophone, creating a marvellous sound. Regretfully some events cannot be confirmed after all
these years. There is no doubt though that Ted Taylor met 'Bömmel' Reich during his guest
appearance at the Savoy in Braunschweig, where he had performed with the Black Devils in the
pre-show. Taylor was impressed by the German band (which sounded lot like his own) and especially
by the saxophone player. He offered 'Bömmel' a job but for a long time didn't get back to him.
Finally, in the fall of 1965 he called and 'Bömmel' became a member of the New Dominoes.
The career of the Black Devils is well documented. After they won the Star Club Band Competition in
January 1965 they toured the Star-Clubs with a slightly changing line-up. 'Bömmel' was always with
them. "Perhaps Ted was wrong and the final split up of the New Dominoes occurred later, especially
since Reich can only recall a drummer called Don and I saw the New Dominoes perform with a
German drummer."
In 1966 Decca released Somebody's Always Trying b/w Look For My Baby, a King Size Taylor solo
single in England. This single flopped, as did one released on Polydor in 1967, Let Me Love You b/w
Thinkin'.
Personally disappointed with show business, Ted 'King Size' Taylor finally withdrew completely. The
man who had played several hundred times at various Star-Clubs, who had performed in uncountable
clubs and dance halls in Germany and England, exchanged the large-checked 'Peter-Frankenfeld- jacket' for a butcher's coat. He, whose unmistakable voice had given the Star Club its special character, today manages a butcher's shop in Southport near Liverpool. He is often asked to take part in Oldie Nights and at Merseybeat Revival Concerts, but always declines.
In 1977, he once more provoked some controversy when he and his former producer, Paul Murphy, marketed the so-called Star-Club-tapes of the Beatles on an international basis. These had been recorded by Adrian Barber (ex- Big Three), the stage manager of Hamburg's Beat Mecca. In 1998, almost twenty years after the tapes first release, Apple Corps, the Beatles' firm, finally managed to halt the sale of the tapes.
After a brief intermezzo with the Pawns, Howie Casey joined a band called the Krew, which also included ex-Big Six bass player Archie Leggatt. This group played for some time at the Top Ten Club in Hamburg, forming the core of the Top Ten Allstars, who were joined from time to time by ex-Roadrunner Jon Phillips. In the Seventies, Casey played, together with Gibson Kemp, in the band that accompanied the Les Humphries Singers. He took part in countless studio sessions and toured with Paul McCartney's Wings. After his spell with the Eyes and Paddy, Klaus And Gibson, Gibson Kemp worked as a drummer with the Giants from Hamburg. After his time with Les Humphries, he gave up his career as a musician, but stayed on in the music business as a successful A&R Manager.
Taken from the 96-pages-book by Ulf Krüger accompanying 4 CD Box 'Die Ariola Star Club Aufnahmen'
by Bear Family Records, available at K&K. |